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Glossar: Polier-Begriffe einfach erklärt
Von Hub und Orbit bis Zwangsrotation: die wichtigsten Begriffe rund um Poliermaschinen, Polituren und Polierpads – kurz definiert und mit Praxisbezug.
Kurz beantwortet
Das Glossar erklärt 60 Fachbegriffe aus der Lackpflege. Jeder Eintrag beginnt mit einer Ein-Satz-Definition und verlinkt auf den passenden Vergleich.
A
- Abkleben
- Abkleben bezeichnet das Abdecken empfindlicher Stellen wie Gummidichtungen, Zierleisten, Embleme und Lackkanten mit Klebeband vor dem Polieren, damit Politur nicht antrocknet und Kanten nicht durchpoliert werden.
- Abrasivität
- Abrasivität bezeichnet die Schleifwirkung einer Politur oder eines Pads, also die Fähigkeit, durch feine Schleifpartikel Lackmaterial abzutragen und Kratzer einzuebnen.
- Applikator
- Ein Applikator ist ein Auftragspad aus Schaumstoff, Mikrofaser oder Wildleder, mit dem Pflegeprodukte wie Wachs, Sealant oder Politur gleichmäßig und dünn auf den Lack aufgetragen werden.
B
- Brushless-Motor
- Ein Brushless-Motor ist ein bürstenloser Elektromotor, der ohne Kohlebürsten auskommt und elektronisch gesteuert wird, wodurch er weniger verschleißt, effizienter läuft und bei Akkugeräten die Laufzeit verlängert.
- Buffer Trails
- Buffer Trails sind kreis- oder spiralförmige Polierspuren im Lack, die entstehen, wenn ein Rotationspolierer mit zu grobem Pad, zu wenig Gleitmittel oder falscher Führung bewegt wird.
C
- Carnaubawachs
- Carnaubawachs ist ein natürliches, besonders hartes Pflanzenwachs von der brasilianischen Carnaubapalme, das als Auto-Wachs einen tiefen Glanz und Abperleffekt auf dem Lack erzeugt.
- Ceroxid
- Ceroxid (Cer(IV)-oxid) ist ein feinkörniges Poliermittel, das als Aufschlämmung in Wasser Glasoberflächen glättet und feine Kratzer oder Schleier beseitigt.
- Cut
- Cut bezeichnet beim Polieren die Schneidleistung, also wie viel Material eine Kombination aus Politur, Pad und Maschine vom Klarlack abträgt, um Kratzer und Swirls zu entfernen.
D
- Defektkorrektur
- Defektkorrektur bezeichnet das mehrstufige Polieren, bei dem Lackfehler wie Swirls, feine Kratzer, Hologramme und Oxidation durch gezielten Abtrag des Klarlacks entfernt werden, bis die Oberfläche gleichmäßig glänzt.
- Diminishing Abrasives
- Diminishing Abrasives sind Schleifpartikel in einer Politur, die sich unter Druck und Reibung zerkleinern oder auflösen, sodass die Politur während der Arbeit von abtragend zu verfeinernd wechselt.
- Drehzahl
- Die Drehzahl gibt an, wie viele Umdrehungen oder Schwingungen die Poliermaschine pro Minute macht (U/min bzw. Schwingungen pro Minute), und bestimmt zusammen mit Hub und Druck Abtrag und Hitze.
- Durchpolieren
- Durchpolieren bedeutet, dass beim Polieren der Klarlack stellenweise vollständig abgetragen wird, sodass die darunterliegende Farbschicht oder Grundierung freiliegt.
E
- Exzenter
- Ein Exzenter ist der außermittig sitzende Antrieb einer Poliermaschine, der den Polierteller auf einer kleinen Kreisbahn schwingen lässt, statt ihn nur um die eigene Achse zu drehen.
F
- Finish
- Finish bezeichnet den abschließenden Polierschritt mit weichem Pad und feiner Politur, der kaum Material abträgt und dem Lack Hochglanz sowie Tiefe verleiht.
- Flugrost
- Flugrost sind winzige, rostende Eisenpartikel aus Bremsabrieb, Funken oder Industrie, die sich auf dem Lack festsetzen und dort als orangebraune Punkte sichtbar werden.
- Freilauf
- Freilauf bedeutet bei einer Exzenter-Poliermaschine, dass der Polierteller nicht angetrieben wird, sondern sich nur durch die Reibung am Lack frei mitdreht und bei starkem Anpressdruck stehen bleiben kann.
- Füllstoffe (in Polituren)
- Füllstoffe sind Öle, Silikone oder Wachse in einer Politur, die feine Kratzer und Hologramme vorübergehend auffüllen und kaschieren, ohne den Lack dauerhaft zu glätten.
G
- Gelcoat
- Gelcoat ist die äußere, pigmentierte Harzschicht auf glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK), etwa bei Booten und Wohnmobilen, und schützt das Laminat vor Wasser und UV-Strahlung.
H
- Hologramme
- Hologramme sind bogenförmige, regenbogenartige Lichtreflexe im Autolack, die durch feine Polierspuren einer Rotationsmaschine entstehen und vor allem im direkten Sonnenlicht sichtbar werden.
- Hub
- Der Hub ist der Schwingkreisdurchmesser einer Exzenter-Poliermaschine, also der Durchmesser der kleinen Kreisbahn, auf der sich der Teller bewegt, und wird in Millimetern angegeben.
I
- Interface-Pad
- Ein Interface-Pad ist eine dünne Schaumstoffschicht mit Klett auf beiden Seiten, die zwischen Stützteller und Polierpad sitzt und Druck sowie Unebenheiten abfedert.
- IPA (Isopropanol)
- IPA steht für Isopropanol, einen Alkohol, der Öle, Wachsreste und Politurfilme von der Lackoberfläche löst und deshalb vor einer Versiegelung und zur Ergebniskontrolle nach dem Polieren genutzt wird.
K
- Keramikversiegelung
- Eine Keramikversiegelung ist ein flüssiges Schutzprodukt auf Siliziumdioxid-Basis, das sich nach dem Auftragen chemisch mit dem Lack verbindet und eine harte, wasserabweisende Schicht bildet.
- Klarlack
- Klarlack ist die transparente oberste Schicht des Autolacks, die Farbschichten schützt und Glanz erzeugt, und laut einer Fachwerkstatt ab Werk etwa 35 bis 45 µm dick ist.
- Klett (Klettverschluss am Stützteller)
- Klett bezeichnet den Haken-Flausch-Verschluss, mit dem Polierpads auf dem Stützteller haften; er lässt sich lösen und tauschen, nutzt sich aber durch Wärme und Schmutz ab.
- Kneten (Reinigungsknete)
- Kneten bezeichnet die Lackreinigung mit einer Reinigungsknete, die mit Gleitmittel über den Lack gezogen wird und festsitzende Verschmutzungen wie Flugrost, Teerspritzer und Lackstaub abzieht, die eine Wäsche nicht löst.
- Konstantelektronik
- Eine Konstantelektronik ist eine Motorregelung, die die eingestellte Drehzahl bei wechselnder Belastung nachregelt, damit die Maschine nicht abfällt, wenn du mehr Druck gibst.
- Kreidung
- Kreidung ist ein Lackschaden, bei dem das Bindemittel an der Oberfläche abgebaut wird, sodass Pigmente und Füllstoffe freiliegen und die Fläche matt, weißlich und abfärbend wirkt.
- Kreuzgang
- Kreuzgang bezeichnet beim Polieren das Arbeitsmuster, bei dem du eine Fläche zuerst in waagerechten und danach in senkrechten, sich überlappenden Bahnen abfährst, damit der Lack gleichmäßig bearbeitet wird.
L
- Lackmessgerät
- Ein Lackmessgerät ist ein Handgerät, das die Lackschichtdicke auf Metall zerstörungsfrei in Mikrometern (µm) misst und dadurch zeigt, wie viel Reserve für das Polieren bleibt und ob Stellen nachlackiert wurden.
- Lackschichtdicke
- Die Lackschichtdicke ist die in Mikrometern (µm) gemessene Gesamtdicke aller Lackschichten auf der Karosserie; ab Werk liegt sie laut einer Fachwerkstatt bei etwa 100 bis 130 µm.
- Lammfell
- Ein Lammfell-Polierpad ist ein Pad aus echtem oder künstlichem Wollfell, das durch seine Fasern sehr viel Material abträgt und vor allem mit Rotationsmaschinen für kräftigen Cut eingesetzt wird.
M
- Metallic-Lack
- Metallic-Lack ist ein Mehrschichtlack, dessen Basislack winzige Aluminiumplättchen enthält, die das Licht reflektieren und der Farbe Tiefe und Glitzer geben.
- Mikrofaserpad
- Ein Mikrofaserpad ist ein Polierpad, dessen Oberfläche aus dichten, feinen Kunstfasern besteht und das dank der Faserstruktur bei gleicher Politur deutlich mehr Lack abträgt als ein Schaumpad.
- Mikrofasertuch
- Ein Mikrofasertuch ist ein Tuch aus sehr feinen Kunstfasern, meist Polyester und Polyamid, das Flüssigkeiten und Schmutzpartikel aufnimmt und sich besonders schonend über Lack bewegen lässt.
N
- Nassschleifen
- Nassschleifen ist das Abschleifen einer Lackoberfläche mit wasserfestem, feinem Schleifpapier unter Wasserzufuhr, um tiefere Defekte oder Orangenhaut einzuebnen, bevor poliert wird.
O
- One-Step-Politur
- Eine One-Step-Politur ist ein Poliermittel, das Korrektur und Finish in einem Arbeitsgang vereint, also leichte Kratzer abträgt und zugleich glänzt, und deshalb oft mit einer Schutzkomponente kombiniert wird.
- Orangenhaut
- Orangenhaut bezeichnet eine feine, wellige Oberflächenstruktur im Lack, die an eine Orangenschale erinnert und bei der Lackierung entsteht, wenn der Lack nicht gleichmäßig verläuft.
- Orbit
- Orbit bezeichnet die Umlaufbahn, auf der ein Exzenter den Polierteller bewegt; im Sprachgebrauch steht er für die Schwingbewegung und wird häufig mit dem Hub gleichgesetzt.
- Oxidation (Lack)
- Oxidation beschreibt beim Autolack den Abbau der obersten Lackschicht durch Sauerstoff, UV-Licht und Witterung, der sich als matte, raue und oft ausgebleichte Oberfläche zeigt.
P
- Pad-Sättigung
- Pad-Sättigung bedeutet, dass ein Polierpad so viel Politur, Lackabrieb und Rückstände aufgenommen hat, dass es nicht mehr gleichmäßig schneidet und beim Polieren schmiert.
- Polierschwamm
- Ein Polierschwamm ist ein Aufsatz aus Schaumstoff, der Politur auf den Lack bringt und je nach Härte und Porenstruktur mehr oder weniger Material abträgt; er wird per Hand oder als Pad auf der Maschine genutzt.
- Polycarbonat
- Polycarbonat (PC) ist ein transparenter, schlagzäher Thermoplast, aus dem heute die meisten Scheinwerferabdeckungen gefertigt werden und der gegen UV-Licht eine Schutzbeschichtung benötigt.
- Power X-Change
- Power X-Change ist das herstellereigene 18-Volt-Akkusystem von Einhell, bei dem derselbe Akku in Geräten unterschiedlicher Art wie Poliermaschinen, Akkuschraubern und Gartengeräten passt.
Q
- Quick Detailer
- Ein Quick Detailer ist ein Sprühprodukt, das leichten Staub, Fingerabdrücke und Wasserflecken vom Lack löst und gleichzeitig Glanz und kurzzeitigen Schutz hinterlässt.
R
- Rotationspolierer
- Ein Rotationspolierer ist eine Poliermaschine, deren Teller sich ausschließlich um die eigene Achse dreht, ohne Schwingbewegung, und die deshalb sehr viel Lack abträgt, aber auch viel Wärme erzeugt.
S
- Schleifpapier-Körnung
- Die Körnung gibt an, wie groß die Schleifkörner eines Papiers sind; bei der europäischen P-Skala bedeutet eine höhere Zahl feinere Körner und einen feineren Schliff.
- Schleifpolitur
- Schleifpolitur ist eine Politur mit feinen Schleifpartikeln (Abrasives), die eine dünne Schicht Klarlack abträgt, um Kratzer, Swirls und Oxidation zu entfernen.
- Schwabbelscheibe
- Eine Schwabbelscheibe ist eine rotierende Polierscheibe aus Baumwolle, Sisal oder ähnlichem Gewebe, die zusammen mit fester Polierpaste vor allem Metalle glättet und zum Glänzen bringt.
- Sealant
- Ein Sealant ist ein vollsynthetischer Lackschutz auf Polymerbasis, der sich mit dem Lack verbindet und ihn vor UV-Strahlung, Schmutz und Feuchtigkeit schützt.
- Smart-Repair
- Smart-Repair (kurz für Small and Medium Area Repair Technology) ist ein Reparaturverfahren, das kleine bis mittlere Lack- und Karosserieschäden lokal und ohne Austausch oder Vollackierung behebt.
- Spot-Repair
- Spot-Repair bezeichnet die punktuelle Reparatur eines kleinen Lackschadens wie eines Kratzers oder Steinschlags, bei der nur die betroffene Stelle bearbeitet wird.
- Stützteller
- Der Stützteller ist die Klett-Trägerscheibe an der Poliermaschine, auf der das Polierpad haftet, und wird über ein Gewinde wie M14 oder 5/16 Zoll mit der Spindel verschraubt.
- Swirls
- Swirls sind feine, spinnennetzartige Kreiskratzer im Klarlack, die durch unsachgemäße Wäsche, Trocknung oder Politur entstehen und im Sonnenlicht als matte Schleier sichtbar sind.
U
- UV-Versiegelung
- Eine UV-Versiegelung ist eine transparente Schutzschicht, die nach dem Polieren auf Scheinwerfer oder Lack aufgetragen wird und UV-Strahlung abhält, damit Kunststoff nicht wieder vergilbt und Lack nicht ausbleicht.
V
- Versiegelung
- Eine Versiegelung ist eine dünne, wasserabweisende Schutzschicht auf dem Autolack, die nach dem Polieren aufgetragen wird und Glanz, Abperleffekt und Schutz vor Schmutz sowie UV-Strahlung bietet.
- Vibration (Hand-Arm-Vibration)
- Hand-Arm-Vibration ist die Schwingung, die ein Handgerät beim Arbeiten auf Hände und Arme überträgt; Hersteller geben sie als Schwingungsgesamtwert in Metern pro Sekundenquadrat (m/s²) an.
- Vorwäsche
- Die Vorwäsche ist der erste Reinigungsschritt, bei dem Schnee- oder Aktivschaum und Wasser groben Schmutz vom Lack lösen, bevor die eigentliche Handwäsche mit Handschuh oder Schwamm beginnt.
Z
- Zwangsrotation
- Zwangsrotation heißt, dass ein Getriebe den Polierteller zusätzlich zur Schwingbewegung aktiv dreht, sodass er auch bei hohem Anpressdruck nicht stehen bleibt (Zwangsexzenter).
- Zwei-Eimer-Methode
- Die Zwei-Eimer-Methode ist eine Handwäsche, bei der ein Eimer mit Shampoolösung und ein zweiter mit klarem Wasser verwendet werden, damit der Waschhandschuh vor dem erneuten Eintauchen sauber gespült wird.
