
Kratzerentferner Kunststoff
SONAX KratzerEntferner Kunststoff NanoPro (75 ml) |
- Für Kunststoff, Acryl und Plexiglas laut Hersteller

Kunststoffarten erkennen, Hitze vermeiden und die passende Politur wählen, von Acrylglas bis Spiegelkappe.
Redaktion poliermaschine-kaufen.de Aktualisiert am So vergleichen wir
Kurz beantwortet
Kunststoff polierst du je nach Art unterschiedlich: Acrylglas (PMMA) mit Acrylglas-Politur, wenig Druck und laut Autozeitung bis 1.000 U/min, Polycarbonat noch kühler und vorsichtiger. Unlackierter, genarbter Kunststoff wird nicht poliert, sondern gepflegt.
Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Ein vergilbtes Wohnmobilfenster, eine matte Lichtkuppel, eine zerkratzte Spiegelkappe und ein stumpfer Scheinwerfer sehen ähnlich aus, brauchen aber unterschiedliche Behandlung. Wer sie alle mit derselben Politur und derselben Maschine angeht, riskiert Trübungen, Schmelzspuren oder abfärbende Flächen.
Dieser Beitrag hilft dir, die Kunststoffart zu erkennen, die passende Politur zu wählen und die Maschine so einzustellen, dass der Kunststoff nicht heiß wird. Für Scheinwerfer gibt es eigene Seiten, die wir am Ende abgrenzen.
Bevor du polierst, solltest du wissen, womit du es zu tun hast. Das Fahrzeug- oder Geräte-Handbuch hilft, manchmal steht das Materialkürzel auf der Rückseite des Teils. Die folgende Tabelle ordnet die häufigsten Materialien ein. Die Einordnung ist eine Orientierung der Redaktion. Maßgeblich bleiben Angaben des Herstellers.
| Material | Typische Teile | Polierbar? | Hitzeempfindlichkeit |
|---|---|---|---|
| PMMA (Acrylglas, „Plexiglas“) | Wohnmobilfenster, Lichtkuppeln, Vitrinen, Motorradscheiben | Ja, mit Acrylglas-Politur | Hoch, Schäden sind schnell sichtbar |
| PC (Polycarbonat) | Scheinwerferabdeckungen, Visiere, Schutzscheiben | Ja, aber vorsichtig | Sehr hoch, weicher und hitzeempfindlicher als Acryl |
| ABS und ähnliche Spritzgusskunststoffe | Spiegelkappen, Verkleidungen, Zierteile | Meist nur lackiert polierbar | Mittel bis hoch |
| Unlackierter, genarbter Kunststoff | Stoßfängerunterteile, Radlaufleisten | Nicht polieren, sondern pflegen | Hoch, Politur glättet die Struktur |
Plexiglas ist nur der Markenname einer Acrylglas-Sorte. Die Autozeitung weist darauf hin, dass Acrylglas-Polituren deshalb auch bei „Plexi“ gegen Kratzer und Mattierungen helfen.
Kunststoff leitet Wärme schlecht und wird weicher als Metall oder Lack. Genau deshalb ist er schneller beschädigt, wenn die Maschine zu schnell läuft.
Halte die Maschine immer in Bewegung. Steht sie auch nur kurz an einer Stelle, schmilzt der Kunststoff leicht an und es bleiben matte oder wellige Stellen zurück. Prüfe die Temperatur mit dem Handrücken, sobald die Fläche spürbar warm wird.
Acrylglas ist weich und kratzt leicht, lässt sich aber gut polieren. Die Autozeitung beschreibt Acrylglas-Polituren als deutlich weniger abrasiv als Lackpolituren: Sie tragen weniger Material ab und enthalten zusätzlich Pflege- und Schutzstoffe.

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Polycarbonat ist zäher, aber weicher und hitzeempfindlicher als Acryl. Eine Methode, die auf Acryl funktioniert, kann auf Polycarbonat Schleier und Spannungsweißfärbung erzeugen. Der bereits erwähnte Fertigungsdienstleister berichtet, dass Fehlschläge beim Polieren von Polycarbonat oft auf zu hohe Geschwindigkeit, zu viel Wärme oder ausgelassene Schleifstufen zurückgehen.
Unlackierter, genarbter Kunststoff wie Stoßfängerunterteile hat eine Oberflächenstruktur. Eine Politur glättet sie und lässt die Fläche unregelmäßig glänzen. Hier gehört kein Poliermittel hin, sondern eine Kunststoffpflege oder ein Auffrischer. Produkte wie der Sonax Kunststoff Neu Schwarz sind laut Hersteller zur Farbauffrischung stark ausgebleichter Kunststoffteile gedacht.
Lackierte Kunststoffteile wie Spiegelkappen behandelst du wie Autolack: feine Politur, wenig Druck, Umgebung abkleben. Mehr zur Technik steht im Glossar unter Abkleben. Teste vorher an einer verdeckten Stelle, ob die Politur färbt oder die Fläche stumpf macht.
Gute Ergebnisse entstehen vor dem ersten Polierstrich. Kunststoff ist weich, deshalb zählt Sauberkeit mehr als Kraft.
Poliere lieber zweimal sanft als einmal kräftig. Zwischen den Durchgängen kühlt der Kunststoff ab und du siehst im Streiflicht, ob die Stelle noch Arbeit braucht.
Nach der Politur sollte die Fläche geschützt werden. Die Autozeitung rät zu einer UV-schützenden Versiegelung, um Schäden durch Witterung zu verringern. Ohne Schutz vergilbt oder trübt Acrylglas schneller wieder ein.
Scheinwerferabdeckungen sind ein Sonderfall. Sie bestehen heute überwiegend aus Polycarbonat und sind oft zusätzlich beschichtet. Die Hinweise in diesem Beitrag gelten für allgemeine Kunststoffteile. Für Scheinwerfer gibt es eigene Seiten:
Erkenne zuerst das Material, dann wähle Politur und Werkzeug. Bei Acryl gilt: wenig Druck und bis 1.000 U/min. Bei Polycarbonat: noch kühler und vorsichtiger. Unlackierter, genarbter Kunststoff wird gepflegt, nicht poliert.
Lackierten Kunststoff ja, klaren Kunststoff wie Acrylglas besser mit einer Acrylglas-Politur. Autolackpolituren sind meist schleifender ausgelegt, als es für Acrylglas nötig ist.
Mit einem weichen Tuch oder Pad, wenig Druck und gleichmäßigen Bewegungen. Reinige die Fläche vorher gründlich und arbeite im Schatten.
Die Autozeitung nennt bis zu 1.000 Umdrehungen pro Minute und fast keinen Druck. Halte die Maschine ständig in Bewegung.
Am sichersten über Handbuch, Herstellerangabe oder das Materialkürzel auf dem Teil. Optisch lässt sich Polycarbonat von Acryl kaum unterscheiden.
Das ist nicht empfehlenswert, weil die Oberfläche genarbt ist. Nutze einen Kunststoffauffrischer oder eine Pflege, die für diesen Zweck vorgesehen ist.
Nein. Scheinwerfer haben eigene Beschichtungen und Anforderungen. Dazu gibt es einen eigenen Ratgeber.
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